Winterfreuden – und ein Tipp dazu

Bekanntlich motten nicht alle Oldtimerbesitzer ihre Fahrzeuge für den Winter ein. Es muss ja nicht unbedingt der Winter Raid sein – obwohl wieso nicht? – aber es gibt ja noch zivilere Gründe. Manche fahren einen Oldtimer im Alltag, das heisst auch im Winter. Andere warten mit ihren Oldies auf den grossen Regen, der die Strassen reinspült für eine aufwärmende Ausfahrt und nochmals andere benutzen Youngtimer als Alltagsautos.
 
András Széplaky
 
Nun, egal welche Gilde, mein Tipp könnte euch allen, die im Winter auf vier Rädern unterwegs seid, nützlich sein. Man stampft durch versalzenen Matsch, hat entsprechend Bedauern mit dem Fahrzeug und kommt auf die Idee, es von dieser schmutzigen und salzigen Last zu befreien. Nun aber hat nicht jeder die Gelegenheit, in der eigenen, geheizten Garage das Auto im abgeschlossenen Waschbereich auf dem Lift von unten, womöglich mit Dampf, abzuspritzen. Wir alle neigen zu Sünden. Also unterschwellig kommt der Gedanke auf, in eine Waschanlage zu fahren, um das gebeutelte Fahrzeug von Dreck und Salz zu befreien. Liegt ja auf der Hand, zumal die lack-unfreundlichen Plastik-Kratzbürsten zugunsten der oberflächen-schonenden, sanften Filzstreifen weichen mussten – aber ACHTUNG, gerade hier kommt mein guter Rat!

Umweltschutz ist allumfassend und wir müssen mit seinen Regelungen leben. Zu diesen gehört auch, dass Autowaschanlagen nur eine geringe Menge Frischwasser verwenden dürfen. Vielmehr müssen sie ihr Gebrauchswasser reinigen und wiederverwenden. Das Reinigen von Schmutz und Öl ist heutzutage kein Problem, wohl aber das Entsalzen! Um das Salz von den soeben gewaschenen Autos aus dem Wasser zu entfernen, kennt man noch keine energetisch praktizierbare Methode. Das klassische Abkochen kommt natürlich nicht in Frage und die umweltfreundlichere Umkehrosmose ist noch lange nicht ökologisch praktikabel. Tatsache ist also, wer im tiefen Winter sein Auto in eine Waschanlage fährt, dessen fahrbarer Untersatz wird mit salzhaltigem Wasser gewaschen. Hierbei dringt die Salzmischung mit Hochdruck in die Ecken, Kanten und Hohlräume.

Was nun? In unserem, von allen Himmelsrichtungen beeinflussten Klima können wir regelmässig auf einen Mittelmeereinfluss warten, woraufhin es dann tagelang regnet und alles Salz von den Strassen wegspült und anschliessend den Waschanlagen genügend Zeit gibt, ihr Gebrauchswasser nach und nach mit frischem Wasser zu erneuern. Das wäre dann die richtige Gelegenheit die Waschanlage aufzusuchen. Oder aber der Mai, er macht alles neu, auch das Wasser in den Waschanlagen!
 
Also, geht eure Schätzelis waschen, doch nicht gerade am Tag nach dem grossen Schneefall.
 
Kommt gut durch den Winter!

 

Red. – In der Industrie wird Boilerwasser in Kraftwerken einer Umkehrosmose unterzogen um Mineralstoffe daraus zu entfernen. Bei der Umkehrosmose wird die Lösung (z.B. Meerwasser) zur Überwindung des osmotischen Druckes unter hohem Druck durch eine Membran gepresst. Diese wirkt wie ein Filter und lässt nur bestimmte Ionen und Moleküle durch. Somit erhält man eine Auftrennung der ursprünglichen Lösung. Durch den Membranfilter lassen sich Salze, Bakterien, Viren, ein Überangebot an Kalk und Gifte wie Schwermetalle zurückhalten. Wird auch vom Militär sowie in Krisengebieten angewendet um Trinkwasser zu gewinnen.