MBVC Schraubertag 2025
«Schraubertag» ohne Schraubenzieher – 6. September 2025
Hans Jörg Hämmerle / Fotos: Hans Jörg Hämmerle, Gary Massatti
Obwohl am diesjährigen Schraubertag, der am 6. September im Merbag Classic-Center Schlieren stattfand, überhaupt nicht geschraubt wurde, waren die Teilnehmenden vom Anlass in der grössten Mercedes-Benz-Garage der Schweiz hell begeistert.
Dank der perfekt ausgeschilderten Streckenführung fanden die MBVC-Mitglieder, die sich für den Schraubertag angemeldet hatten, auf dem weitläufigen Areal der Merbag-Filiale Schlieren die für sie reservierten Parkplätze problemlos. Bei Kaffee und Brötchen begrüsste der Geschäftsführer Fabio Privitera die MBVC-Schar und stellte Serviceleiter Renato Wyttenbach und Marco Thommen, Gruppenleiter Classic, vor, welche mit ihm zusammen den Anlass betreuten. Anschliessend wurden die Anwesenden in drei Gruppen aufgeteilt, von denen jeder der drei eine übernahm. Fabio Privitera war für die Führung durch den Betrieb zuständig, Renato Wyttenbach machte seine Gruppe mit wichtigen Details bekannt, die man vor dem Einwintern eines Veteranen-Fahrzeugs beachten sollte, die aber vielfach vergessen werden, und Marco Thommen betreute den Posten «Fehlersuche».

Ein Betrieb der Superlative
Auf dem Rundgang besuchten die Teilnehmenden die verschiedenen Bereiche des imposanten Betriebes, wobei Fabio Privitera geduldig die vielen Fragen beantwortete, die während der Besichtigung pausenlos auf ihn einprasselten. Je länger der Rundgang dauerte, desto offensichtlicher wurde, dass Merbag Schlieren mehr ist als eine «gewöhnliche» Mercedes-Benz Vertretung.
Das zur Merbag-Gruppe gehörende Personenwagen-Zentrum Schlieren ist die grösste Mercedes-Benz Personenwagen-Vertretung der Schweiz. Knapp 1000 Neuwagen der Marken Mercedes-Benz, Mercedes-AMG und Mercedes-Maybach werden hier im Jahr verkauft. Das Angebot umfasst aber stets auch Hunderte Vorführ- und Gebrauchtfahrzeuge mit einem Stern auf der Haube. Diese können in der 24-Stunden Indoor-Ausstellung rund um die Uhr besichtigt werden können.
Zusätzlich verfügt der Betrieb über eine modern eingerichtete Werkstatt mit mehr als 40 Arbeitsplätzen sowie eigene Karosserie- und Lackier-Abteilungen und ist damit auch für sämtliche Service-, Unterhalts-, Reparatur- und Restaurierungs-Arbeiten an Neuwagen und Young- und Oldtimern bestens ausgerüstet.
Im riesigen Gebäudekomplex sind ausserdem Spezialabteilungen für die Betreuung sämtlicher Mercedes-Benz, AMG-, SLR- und Maybach-Modelle untergebracht: unter anderem eines der sechs offiziellen Mercedes-Benz Classic Center in der Schweiz, ein AMG Performance Center, die AMG Exclusive Base Zürich, das SLR & Maybach Kompetenzzentrum, das Mercedes-Benz 300 SL Kompetenzzentrum und ein AMG ONE HUB, von denen es weltweit lediglich neun gibt. Auf die Frage eines Teilnehmers, wie teuer ein Service an einem AMG ONE sei, erklärte Fabio Privitera, dass ein solcher mehrere 10’000 Franken kostet und zwei Mechaniker eine volle Woche damit beschäftigt sind. Noch mehr Erstaunen löste die Tatsache aus, dass ein jährlicher Service auch vonnöten ist, wenn das Fahrzeug überhaupt nicht gefahren wird, weil die hochgezüchtete Formel-1-Technik trotzdem regelmässig gewartet werden muss.


Fehlersuche und -behebung
Nach dem Rundgang erwartete Classic-Spezialist Marco Thommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor einem Fehlersuch-Gerät, das früher für Schulungszwecke verwendet wurde. An diesem Gerät konnte der Fachmann verschiedene Fehler eingeben, die dann auf dem grossen Monitor eruiert und behoben werden mussten: Unterbrüche in der Stromversorgung, Lecks im Stromkreis, defekte Sicherungen, aber auch mechanische Störungen. Hier trennte sich die Spreu vom Weizen: merkte man relativ schnell, wer öfters an Oldtimern herumschraubt und wer keine oder wenig Ahnung von der Funktion eines Triebwerks oder einer Stromversorgung hat. Dabei zeigte es sich, dass auch Mitglieder des «schwachen Geschlechts» durchaus über Schraubertalent verfügen können.


Tipps für die Einwinterung
Am nächsten Posten versorgte Renato Wyttenbach die Gruppe anhand einer Diashow mit einigen weniger bekannten Tipps, die man bei der Einwinterung seines Oldtimers beachten sollte. So erklärte er unter anderem, warum man Brems- und Motorenöle, deren Austausch fällig ist, besser noch vor dem Einwintern wechselt als erst im Frühjahr. Oder weshalb man dem Kühlwasser von Fahrzeugen, die in geheizten Räumen überwintert werden, Frostschutz beigeben sollte, die Verwendung eines luftdichten Carcovers jedoch nicht ratsam ist. Oder warum man das Laufenlassen des Motors während der Winterruhe unterlassen sollte …

Der «gemütliche» Teil
Nachdem alle Teilnehmenden die drei «Posten» absolviert hatten, konnten sie sich am Salatbuffet bedienen und beim fahrenden Pizzaiolo, der in der Zwischenzeit seinen Pizzaofen angefeuert hatte, ihre Wunschpizza (oder zwei) bestellen.
Zwischendurch bedankten sich Gary Massatti und Hans Jörg Hämmerle bei Fabio Privitera, Renato Wyttenbach und Marco Thommen für die perfekte Organisation und die interessante Darbietung mit je einem MBVC-Sackmesser aus dem Clubshop.
Beim gemütlichen Essen und den intensiven Gesprächen zwischen den MBVC-Mitgliedern und den «Dozenten» verging die Zeit wie im Flug. Und obwohl kein einziger Schraubenzieher zum Einsatz gekommen war, wird dieser «Schraubertag» bestimmt bei allen, die dabei gewesen waren, in bester Erinnerung bleiben.



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