Jahresausfahrt 2018

MBVC Jahresausfahrt vom 22. – 24. Juni 2018
Motto: Von der Quelle zur Mündung oder auf gut Berndeutsch: «Der Aare naa».

Roland Blaser / Martin Stahl

Die Aare begleitet mich schon das ganze Leben lang. Ich bin in Aarau geboren, habe die Schulen hier besucht und die Lehre absolviert. Zudem lebte/lebe ich den grössten Teil meines bisherigen Daseins bis auf den heutigen Tag in dieser Stadt. Deshalb war ich sehr gespannt, was das OK-Team Barbara und Peter Ramseier, Doris Amacher und Hans Peter Würsten mit Werner Rieke an der Spitze für unseren Club organisiert hatten. Eines kann ich schon vorweg sagen: Es war grossartig.

Pia und ich entschieden uns für die Anreise am Freitag.
Bei strahlendem Sommerwetter fuhren wir zu Hause los via Luzern-Göschenen-Andermatt-Furkapass-Gletsch-Grimselpass von der Walliser Seite. Bis kurz vor der Passhöhe «Kaiserwetter», dann urplötzlich stockdicker Nebel. Fast orientierungslos nahte die Rettung: Eine nur schemenhaft erkennbare winkende Gestalt entpuppte sich zu unserem Glück als ein Mitglied vom OK. Hans Peter Würsten wies uns in den praktisch nicht erkennbaren Parkplatz ein. Geschafft! Es war unglaublich kalt und sehr windig (wir in Sommerkleidern und offenen Schuhen).

Im Restaurant war es natürlich geheizt inkl. loderndem Kaminfeuer. Vom OK wurden insgesamt 39 Personen mit 21 Fahrzeugen im Hotel Passhöhe am See begrüsst und willkommen geheissen. Der heisse Kaffee mit Gipfeli war sehr begehrt. Das Roadbook und andere Unterlagen wurden verteilt. Zuerst dachten Pia und ich, wir hätten das Roadbook doppelt erhalten. Irrtum. Bei genauerem Hinsehen stellten wir fest, dass es ein speziell für diese Ausfahrt erstelltes Werk von Doris Amacher ist. 36 Seiten dick in Form eines Roadbooks sind hier Daten, Fakten und Geschichten von Orten an der Aare aufgelistet. Der Titel lautet: Die Aare – Ein Reisebegleiter «der Aare naa». Ein ganz grosses Kompliment an Dich liebe Doris. Der Dank aller Teilnehmenden und des MBVC sei Dir gewiss.

 

Mit Freude stellten wir fest, dass das Wetter wieder deutlich freundlicher wurde, jetzt konnte man durchs Fenster auch den See sehen. Vor und während dem Briefing wurden noch ein Apéro, sowie kalte und warme Häppchen serviert. Werner Rieke orientierte uns noch kurz über die erste Etappe nach Sigriswil.

Um 14 Uhr fuhren wir bei inzwischen wieder sommerlichem Wetter auf der Grimsel-Passhöhe los. Bis Innertkirchen ging es nur abwärts, dann an der Aareschlucht vorbei via Meiringen, Brienz und Interlaken an der rechten Thunerseeseite nach Sigriswil ins Solbadhotel. Die rund 80 Kilometer waren sehr abwechslungsreich. Direkt nach Sigriswil fuhren 6 Personen mit 3 Autos, insgesamt waren am Freitag 45 Personen im Solbadhotel zum Übernachten. Nach dem Zimmerbezug gingen die meisten ins Restaurant zu einem kühlen Drink, denn inzwischen war es wieder hochsommerlich warm geworden.

Um 19 Uhr servierte man uns auf der Terrasse einen Apéro. Wir wurden vom Hoteldirektor Herbert Wicki persönlich begrüsst und willkommen geheissen. Herr Wicki orientierte uns über die Hauenstein Hotels allgemein und über das Solbadhotel Sigriswil besonders. Anschliessend konnten wir ein mehrgängiges Menü geniessen. Die Meisten gingen danach relativ früh zu Bett, denn das OK hatte einen langen und eher anstrengenden Samstag angekündigt.

Nach einer geruhsamen Nacht war um 7 Uhr bereits das Frühstück angesagt, denn um 8 Uhr starteten wir zur 1. Etappe des Samstags. Die 24 Autos fuhren von Sigriswil über Heiligenschwendi, Thun, Heimberg, Kiesen, Wichtrach, Münsingen und Rubigen immer auf der rechten Aareseite nach Bern. In der Mercedes-Benz Vertretung MERBAG durften wir in drei Reihen unsere Oldies in der grossen Werkstatt parkieren. Direkt nach Bern fuhren weitere 19 Autos, jetzt waren alle Teilnehmenden zusammen, insgesamt rund 80 Personen.

     

Herr René Steiner, Geschäftsleiter der MERBAG-Betriebe Bern und Thun, begrüsste uns mit einem herzlichen Willkommen und stellte die MERBAG-Gruppe vor. Mit dem Ressortleiter Zubehör und Teile, Herrn Reto Fankhauser, absolvierten wir einen Rundgang durch das Ersatzteile-Lager und das Reifen-Hotel. Herr Markus Nobs, Mechatroniker/Fachmann für Oldtimer, orientierte uns über den Bereich Veteranen-Fahrzeuge. Anschliessend wurde uns im Verkaufsraum ein Apéro mit allem Drum und Dran offeriert. Pro Fahrzeug wurde eine dicke Firmen-Chronik der MERBAG-Gruppe verteilt. Im Namen aller Teilnehmenden der Jahresausfahrt 2018 und des MBVC danke ich den Verantwortlichen der MERBAG Bern für die Gastfreundschaft.

Dann war es Zeit für die zweite Etappe des Samstags. Das Roadbook führte uns von Bern durch das Seeland via Vinelz und Erlach nach La Neuveville, Distanz etwas mehr als 50 Kilometer.

Das Mittagessen konnten wir auf der Terrasse direkt am Bielersee im Hotel Jean-Jacques Rousseau einnehmen. Ein leichtes Sommermenü wurde serviert, als Hauptgang gab es Zanderfilets, wie es sich gehört an einem See.

Das OK gab danach das Zeichen zur Abfahrt zur dritten Tages-Etappe nach Solothurn, ca. 45 Kilometer. Getreu dem Motto «Der Aare naa» gings zuerst dem Bielersee entlang, via Twann nach Biel-Nidau, Brügg und Wangen an der Aare nach Solothurn. Parkieren mussten wir etwas ausserhalb auf einem Industrie-Areal, die Autos wurden über Nacht bewacht. Ein Gelenkbus der Solothurner Verkehrsbetriebe führte uns mitsamt Gepäck direkt vor das Hotel.

Liebe Leserinnen und Leser: Danke dass Sie mir bis hierher gefolgt sind. Für die Fortsetzung des Berichts darf ich nun die «Feder» an Martin Stahl übergeben.

In Solothurn lag das Hotel getreu dem Motto direkt an der Aare. Nach dem Zimmerbezug blieb genügend Zeit für einen ersten Apéro oder einen Spaziergang durch Solothurn. In der Altstadt fand an diesem Wochenende das Märetfescht statt. In den Gassen herrschte dichtes Gedränge um die Jahrmarktstände. Wir trafen uns im Garten des vornehmen Palais Besenval direkt an der Aare. Bei einem Apéro mit Blick auf den Fluss und unser Hotel konnten wir den Tag Revue passieren lassen. Zurück im Hotel erwartete uns im Speisesaal ein Buffet mit dem Abendessen. Die Auswahl war gross und jeder wurde satt. Wer wollte, konnte den Abend in der Hotelbar im 7. Stock ausklingen lassen. Von dort oben hatte man einen herrlichen Blick auf die St. Ursenkathedrale, die Altstadt und den Weissenstein.

Am nächsten Morgen musste man pünktlich in der Lobby sein, denn der Shuttlebus brachte uns wieder zurück zu unseren Autos. Auf dem Parkplatz erlösten wir den Securitas-Mann, der mit seinem Hund während der Nacht auf unsere Fahrzeuge aufgepasst hatte. Rasch wurden die Koffer verladen und die Cabrio-Verdecke heruntergeklappt. Für die Route des Tages waren Doris Amacher und Hans Peter Würsten zuständig. So gab Hans Peter noch ein paar Erklärungen zur Strecke ab bevor wir wieder losfuhren.

             

Auf einer sorgfältig geplanten Route fuhren wir möglichst nahe der Aare entlang. Vorbei an der alten Papierfabrik in Attisholz, durch kleine Dörfer und Weiler kamen wir durch das Städtli Wangen an der Aare. Diesen Ort kennt man besser vom ewigen Stau auf der A1 und ist sich nicht bewusst, wie schön das Städtli und die Holzbrücke über den Fluss sind. Die kleinen Strässchen, welche Doris und Hans Peter ausgewählt hatten, gaben uns idyllische Einblicke in eine Gegend entlang der Aare, die man von der Autobahn aus nicht einmal ahnen würde. In Murgenthal überquerten wir den Fluss auf einer Holzbrücke und verliessen bereits wieder den Kanton Aargau.

Entlang der Autobahn und vorbei am Flusskraftwerk Ruppoldingen erreichten wir Aarburg. Ein weiteres schönes, aber eher unbekanntes Städtli an der Aare. Durch Olten gab es viele Ampeln und das Feld wurde auseinandergerissen. Vorbei am Atomkraftwerk Gösgen mit seinem imposanten Kühlturm kamen wir nach Aarau. Vorbei an Schloss Wildegg und Schloss Wildenstein ging es in Veltheim gegen Brugg zu. Wir blieben auf der linken Aareseite und fuhren am ETH-Forschungszentrum Paul-Scherrer-Institut vorbei. Gut sichtbar war der grosse Rundbau mit der Synchrotron Lichtquelle Schweiz, mit der Forscher die Eigenschaften unterschiedlicher Materien untersuchen. Bald erreichten wir das Schloss Böttstein. Das Ziel der Ausfahrt war erreicht.

Vom Schloss Böttstein sind es nur noch ca. 6 km bis zur Mündung der Aare in den Rhein. Vor dem Schlosshof gab es genügend Parkplätze und im romantischen Schlosshof erwartete uns ein Apéro. In der Scheune wurde anschliessend ein feines Mittagessen serviert.

Nach dem Essen dankte unser Vizepräsident Kurt Schweizer dem Organisationsteam um Werner Rieke. Mit ihm haben seine Frau Madeleine, seine Tochter Barbara mit Ehemann Peter Ramseier, sowie Doris Amacher und Hans Peter Würsten die originelle Idee «der Aare naa» perfekt umgesetzt. Ihnen gebührt ein grosser Dank.

     

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