Internationale 190 SL Tage

Rückblick auf die 8. internationale Mercedes-Benz 190 SL Tage vom Lago di Garda bis Verona.

René Liem

 Mittwoch, 20. Juni 2018

Fünf Schweizer Paare trafen sich bei schönstem Cabriowetter um 10.00 Uhr an der Autobahnraststätte Walensee, um gemeinsam an den internationalen Mercedes-Benz 190 SL Tagen teilzunehmen. Dieses internationale Treffen wird alle 2 Jahre abwechselnd von Mercedes-Benz Automobilclubs unterschiedlicher Länder organisiert und durchgeführt. Dieses Jahr waren die Italiener die Organisatoren. Im Jahr 2020 werden wir in der Schweiz die Durchführung übernehmen. Neben unseren 5 Mercedes-Benz 190 SL aus der Schweiz kamen Autos aus Belgien, Frankreich, Deutschland und Italien.

 

 

Uns fiel beim Start am Walensee auf, dass wir mit unseren 5 Autos auch 5 Kantone vertraten: LU, ZG, TG, GL und NW. Wir fuhren durch das Prättigau, Klosters, Davos, über den Flüelapass nach Zernez, wo wir in einem gemütlichen Restaurant auf der Terrasse einen köstlichen Salat genossen.

Nach dem Essen ging es weiter über den Berninapass nach Italien. Bei der Einfahrt in Corteno wurde die Strasse immer enger. Eine alte Frau am Strassenrand war sichtlich erstaunt. Es waren aber nicht die schönen Autos, von denen sie fasziniert war. Beim dritten Fahrzeug wirbelte sie mit dem Stock, beim vierten Fahrzeug schrie sie endlich auf italienisch: «Sackgasse». Trotz dem kleinen Missgeschick kamen wir pünktlich beim Hotel Miramonti an.

 

 

Donnerstag, 21. Juni 2018

Nach dem Frühstück fuhren wir los Richtung Gardasee. Es waren 147 Kilometer bis zu unserem Ziel: Hotel Acquaviva in Desenzano.

Nach dem Einchecken um 15.00 Uhr war schon das erste Programm angesagt: Ein kleiner Spaziergang zur Bootswerft, dann wurden wir mit drei Booten à ca. 50 Personen nach Sirmione gefahren. In der Altstadt angekommen, gab es Führungen in IT, FR, EN und DE.

Ein breiter Wassergraben trennt Sirmiones Altstadt vom Festland. Neben der einzigen Brücke thront eine wunderschöne Wasserburg und die romantisch verwinkelte, bunte Altstadt macht Italienträume wahr.

Am Ende der Zypressen- und Olivenhaine liegen die Ruinen einer der grössten, römischen Villen Italiens. Die schwefelhaltige Boiola-Heilquelle, die neben der Halbinsel aus dem Boden des Gardasees entspringt, machte Sirmione schon seit der Römerzeit zu einem bedeutenden Kurort. Das viel besuchte Städtchen ist im wahrsten Sinne des Wortes das i-Tüpfelchen des südlichen Seeufers.

Nachdem wir mit den Booten wieder zurück nach Desenzano gefahren waren, gab es eine kleine Panne. Das Tor der Schiffswerft war verschlossen und auch nach 20 Minuten warten, konnte der Schlüssel zum Vorhängeschloss nicht aufgetrieben werden. Die Gelenkigen kletterten über den Zaun und die Sportlichen machten einen Umweg. Zum Apéro waren aber alle wieder im Hotel.

Freitag, 22. Juni 2018

Wir machten eine Ausfahrt um den Gardasee. Das Wetter war sehr abwechslungsreich. Ausser Schnee hatten wir alles: Sonnenschein, Wolken, Regen und Wind. Wir machten das Verdeck ohne anzuhalten und während langsamer Fahrt mehrmals auf und zu. Erster Halt war in Riva del Garda. Der Parkplatz war offensichtlich zu klein für all unsere Oldtimer. Zuerst wurde, wie es sich gehört, links und rechts parkiert. Danach wurde in der Mitte einfach aufgefüllt. Private Autos, welche sich auf dem Parkplatz befanden, mussten ca. eine Stunde warten, bis wir den Parkplatz wieder frei gaben. Schön war einfach, dass jeder Rücksicht auf den anderen nahm und sich niemand ärgerte.

     

Den Apéro und das Mittagessen nahmen wir im Ristorante Cascina San Zago ein. Ein Restaurant mit Ambiente, etwas abseits vom Touristenstrom gelegen. Im Innenhof gab es den Apéro, in der Halle das 4-Gang Mittagessen.

Rings um das historische Gebäude waren unsere Oldtimer parkiert. Ich zählte 61 Fahrzeuge, alles  190 SL. Ein Bild, das man nicht mehr vergisst. Alle sehen gleich aus, aber für den Kenner gibt es «zig» Unterschiede. Nur schon bei unseren fünf Schweizer Modellen: Jeder hat einen anderen Tankdeckel. Dass Jeder den Originalen hat, versteht sich von selbst.

Samstag, 23. Juni 2018

Wieder schönes Wetter. Kleine Ausfahrt nach Borghetto, einem kleinen, romantischen Dorf mit nur 160 Einwohnern und einer geschichtsträchtigen Vergangenheit. Auch hier durften wir eine Stadtführung geniessen. Die Deutsch sprechende Reiseleiterin verknüpfte die historischen Ereignisse gekonnt mit einer spannenden Liebesgeschichte.

Um 13.00 Uhr waren wir wieder zurück im Hotel. Wir mussten uns für Verona und die Oper bereit machen. Um 15. 00 Uhr fuhren wir mit drei Bussen los, nach Verona. Hier erlebten wir die 3. Stadtführung auf dieser Reise. Auch dieses Mal gab es sehr viel Interessantes zu hören. Von der Familie Della Scala, die von 1261 bis 1387 die Geschicke Veronas lenkte, von Romeo und Julia, deren Familien und natürlich vom weltberühmten Balkon, auf dem Julia stand. Eine deutsche Teilnehmerin hatte ihren Mann verloren. Da sagte die Reiseleiterin ganz cool: «Das macht nichts, in Verona findet man eine neue Liebe.»

Das Nachtessen in Verona war wie alle auf der Reise vorbestellt. Jeweils drei bis vier Gänge, inklusive Wein und Kaffee. Ich habe nicht erwartet, dass das Essen auf der Piazza Bra, wo es von Touristen wimmelt, so gut ist. Wir begaben uns um 20.30 Uhr in die Arena. Das Amphitheater bietet Platz für 22’000 Zuschauer. Die Oper Aida handelt, wie schon oft gehört auf unserer Reise, von Liebe und Hass, von Königen und Macht, von Schlachten und Kriegen. Die Aufführung kann ich nicht beschreiben. Es war einzigartig, man muss sie gesehen haben. An diesem Abend war die Nacht kurz. Wir kamen erst um 2.00 Uhr ins Bett.

Sonntag, 24. Juni 2018

Nach einem reichhaltigen Frühstück traten wir die Heimreise an. Wir fuhren wieder entlang dem Gardasee Richtung Südtirol. Im Hotel Panorama oberhalb Meran übernachteten wir.

Männi und Regula mussten uns am Morgen in der Frühe verlassen und reisten auf direktem Weg nach Hause.

Montag, 25. Juni

Unser Ziel war das Hotel Schweizerhof in Pontresina.

Wir fuhren über den Passo dello Stelvio, Umbrailpass nach Livigno, dann über den Berninapass nach Pontresina.

Dienstag, 26. Juni 2018

Nach dem Albulapass trennten sich unsere Wege. Gust und Claire, Rolf und Judy fuhren dem Walensee entlang. Oski und Anni, René und Kornelia fuhren über den Oberalppass nach Hause.

Fazit:

  • Gut organisierter Ausflug
  • Viele kulturelle und kulinarische Höhepunkte
  • Nicht zu lange Ausfahrten
  • Führungen in allen Sprachen
  • Apéros, Essen, Getränke, Bootsfahrten, Carfahrt, Oper und Besichtigungen alles im Preis inbegriffen Wetterglück

Im 2020 werden die Schweizer Mercedes-Benz Clubs die Organisation übernehmen. Wir freuen uns schon jetzt darauf.