Herbstausfahrt 2025
Durch den Nebel zum Licht! – Herbstausfahrt Samstag, 18. Oktober 2025
Text: Anita und Heinz Schmid / Fotos: Marlène Kropfli
Der Herbst ist da – mit den bunten Bäumen «… und aus den Wiesen steiget der weisse Nebel wunderbar …». Der Mond war für uns nur kurz als Sichel zu sehen auf unserer Anreise durchs Krauchtal zum Treffpunkt der diesjährigen Herbstausfahrt. Sonst war an diesem frostigen Morgen der Himmel noch durch den Hochnebel bedeckt.
Doch die Stimmung am Versammlungsort, dem Restaurant zur Brücke in Zollbrück, war heiter und voller Vorfreude auf die Herbstausfahrt. An der Tür des Restaurants hing ein Schild «Willkommen – schön bist Du da» und Jolanda begrüsste die 47 Teilnehmenden (dabei beide Co-Präsidenten) mit den Worten «Wenn Engel mit Sternen reisen…». Sie freute sich sehr, dass so viele an ihrer ersten Ausfahrt teilnehmen. Bei Kaffee und Gipfeli ergänzte Josef noch kurz Details zur Strecke.
Pünktlich fuhren wir mit 23 Oldtimern los Richtung Langnau im Emmental. Nach der berühmten Kambly-Fabrik in Trubschachen ging es durch die liebliche Hügellandschaft des UNESCO-Biosphären-Gebiets Entlebuch. Rundherum schöne Bauernhäuser und grasende Rinder und Ziegen und offensichtlich auch Wildtiere, denn Warnschilder machten auf die laufende Jagd aufmerksam.
Kurzzeitlich verliessen wir auf unserer Fahrt durch Marbach LU den Kanton Bern und dann ging’s wieder ins bernische Emmental durch Schangnau, wo die Kühe noch Hörner tragen und es im Kemmeriboden die grössten «Merängge» gibt. Der folgende Streckenabschnitt führte hoch in den mystischen Nebel und über den Schallenbergpass auf 1167 m über Meer (leider nicht über dem Nebelmeer – aber Hauptsache, es regnete nicht).

Auf der kurvigen Strasse Richtung Oberlangenegg hatten wir eine tolle Sicht auf die «Sternen-Kolonne», später bei Steffisburg auf die Stadt Thun und weiter unten dann auf das Schloss (erbaut um 1200). Weiter ging’s am Schloss und am Spital vorbei in Richtung rechte Thunersee-Seite. Die Strecke führte teilweise direkt dem See entlang durch Gunten, wo zu dieser Zeit nur die Sicht auf den Fuss des Niesens möglich war, weil der Berg einen «Wolken-Rock» trug. Doch die Fahrt durch in den Felsen gehauene Tunnels ist auch so schlichtweg spektakulär! Unterwegs begegneten wir unter anderem Tauchern und fuhren am Parkplatz bei der Beatushöhle vorbei. Nach dem Schild mit der Aufschrift «Willkommen in der Jungfrau-Region» öffnete sich eine helle Lücke im Hochnebel und auf der nördlichen Seite des Harderkulms war der Himmel strahlend blau (was wohl auch die vielen Gleitschirmflieger sicher sehr schätzten).

Alle kamen gut auf dem Parkplatz von der Brauerei Rugenbräu an und um 11 Uhr wurden wir vom Brauerei-Führer Peter aus Brienz in seinem Brienzer Dialekt begrüsst (merke: Brienz liegt nicht im Wallis – auch wenn sich die Dialekte sehr ähneln!). Dazu gab es Bretzel und eines der vielfältigen Biere oder Mixgetränke (für Detailinteressierte ersichtlich unter www.rugenbraeu.ch).
In einem kurzen Film erfuhren wir Interessantes aus der Geschichte des Familienunternehmens (seit 1866, heute in vierter Generation). Dann ging es in zwei Gruppen durch die Anlage. Dabei sorgte die sehr unterhaltsame Vortragsweise von Peter zu viel Gelächter. Achtung: die Rugenbräuer sind sehr stolz auf ihr Bier, welches nicht pasteurisiert ist! Wer schon mal unpasteurisierte Milch getrunken habe, könne gut nachvollziehen, dass der Geschmack nicht derselbe sei! Der Abschluss der Führung fand im Keller (zehn Meter unter dem Boden) statt, mit einer Whisky-Degustation.






In der Zwischenzeit hatte sich der Hochnebel verzogen und schon vor dem feinen Mittagessen konnten wir vom Restaurant im obersten Stock die Aussicht bei strahlend blauem Himmel geniessen. Wir stärkten uns mit einem feinen Essen bei geselligem Zusammensein. Unsere beiden Co-Präsidenten dankten dem OK-Team Jolanda und José mit einer Flasche Wein und grossem Applaus unsererseits für die sehr gelungene, wunderschöne Ausfahrt, informierten über Zukünftiges und wünschten allen eine gute Heimfahrt.
Diejenigen, deren Heimweg westwärts führte, genossen ohne Hochnebel die freie Sicht auf die wunderschöne Landschaft und den Niesen, der sich nun ohne Rock, Kragen oder Hut präsentierte!
Auch wir danken allen für das tolle Erlebnis und freuen uns auf ein nächstes Mal!

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