Berner Ausfahrt – 18. August 2018

Es ist schon Tradition, dass Madeleine und Werner Rieke zusammen mit Barbara und Peter Ramseier ein interessantes Programm für die Berner-Ausfahrt zusammenstellen. Dieses Jahr trafen wir uns bei strahlendem Sonnenschein im AMP in Oberburg (Burgdorf).

Marlène Kropfli

Bernhard kannte den Weg gut, leistete er doch in der Truk (Truppenunterkunft) in Burgdorf, beim Eingang zum AMP, einige Monate Militärdienst. Nach dem Passieren des Eingangstors wurden wir durch Peter und Werner zum Parkieren auf den grossen Platz vor der ersten Halle eingewiesen. Wir begrüssten die Clubkollegen, die mit uns zusammen eintrafen, und begaben uns in Richtung Halle. Barbara und Madeleine händigten die Roadbooks aus und wir bekamen vom HAM-Team (Stiftung für historisches Armeematerial) Gipfeli, Speckzüpfe und Kaffee serviert. Der Saal füllte sich nach und nach mit den  Teilnehmenden der Berner Ausfahrt und schon bald ergriff Werner das Wort, begrüsste uns offiziell und erläuterte den Tagesablauf.

Nach der Stärkung konnte die Führung beginnen und wir wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die Herren Christian Siegrist, Rolf Hediger und Peter Muff übernahmen die Begleitung durch die Hallen mit den historischen Fahrzeugen.

     

Die Stiftung für historisches Material der Schweizer Armee ist die professionelle Organisation zur fachgerechten Betreuung des ihr zugewiesenen historischen Armeematerials. Sie arbeitet auf der Grundlage einer Leistungsvereinbarung mit dem VBS. Das Team in Burgdorf wird geleitet durch Herrn Christian Sigrist. Auf dem Areal des AMP Burgdorf arbeiten insgesamt sechs Mitarbeiter. Die ideal eingerichtete Werkstatt im AMP in Oberburg dient der konstanten Konservierung und Restaurierung der ausgestellten Raupen- und Radfahrzeuge.

Bereits im 19. Jahrhundert begann die Eidgenossenschaft, wenn auch eher punktuell und wenig systematisch, historisches Armeematerial zu sammeln. Es gab diverse Projekte (Internationales Kriegs- und Friedensmuseum in Luzern, Kriegsmuseum im Schloss Schadau in Thun, Museumsprojekte in Murten, Bern und Thun), aber ein Eidgenössisches oder Schweizer Armeemuseum konnte nicht realisiert werden. Im Jahr 1978 wurde der Verein Schweizer Armeemuseum (VSAM) gegründet. Einerseits sammelte der Verein Armeematerial und andererseits beschäftigte er sich intensiv mit der Planung eines Armeemuseums. Im Jahr 2000 wurden diese Pläne durch einen Beschluss des Parlaments obsolet, und mit der Einsetzung eines Delegierten VBS für das historische Material der Armee erhielt das Projekt Armeemuseum im April 2007 neuen Schwung. Am 23. Juli 2008 wurde in Thun durch den VSAM die Stiftung HAM gegründet. Damit konnte ein Projekt, das in der Geschichte des Schweizer Bundesstaats immer wieder angestossen wurde, in nun klar definierte Bahnen geführt werden. Als Museums-Stammstandort für Fahrzeuge ist Burgdorf auch die Heimat aller gepanzerten Fahrzeuge. Dies sind neben den eigentlichen Kampf- und Schützenpanzern auch alle anderen Fahrzeuge die sich auf Ketten bewegen, wie Panzerhaubitzen, Brückenpanzer, Entpannungspanzer, Munitionstransporter usw.

Die Besichtigung des Armeemuseums für Fahrzeuge erwies sich als sehr interessant. Für mich war die Vielfältigkeit und irgendwie auch die «Schwerfälligkeit» der Fahrzeuge eindrücklich. Auch spannend waren die Diskussionen und Geschichten von MBVC Mitgliedern, die solche Lastwagen und Panzer während ihrer aktiven Dienstzeit gefahren sind. Mich hat der VW T1 fasziniert, der zur Funkaufklärung und -störung genutzt wurde. Sehr gut ausgestattet, aber oh weh, auf Grund des Einsatzgebiets ist das Radio eine Attrappe!

Nach den vielen Eindrücken, welche die gesammelten, zum Teil originalen oder schön restaurierten Radfahrzeuge, Panzer, Motorräder, Anhänger, Geschütze, Boote etc. bei uns hinterlassen haben, trafen wir auf dem Platz vor der grossen Halle wieder unsere Clubkollegen. Werner bedankte sich bei unseren Gruppenleitern für die kompetente und umfassende Führung und sorgte für Nachschub in deren Kaffeekasse.
Bis zu unserem Mittagshalt im Restaurant Sternen in Grafenried, hatten wir nicht lange zu fahren. Wir genossen die Strecke über Land und «tankten» etwas Sonne. Beim Stammlokal des Berner Stamms wurden wir bereits erwartet. Das Team des Restaurants Sternen hat für uns ihre Ferien verkürzt, so dass sie uns verköstigen konnten. Nach dem Mittagessen bat Christian Haltner kurz um Aufmerksamkeit und bedankte sich beim Organisations-Team im Namen der Teilnehmenden der Berner Ausfahrt 2018 und überreichte ein Präsent.

Und für einmal war es nicht so, dass sich nach dem Essen die Teilnehmer der Ausfahrt in unterschiedliche Richtungen auf und davon machten. Wir hatten am Nachmittag noch eine schöne Route zu fahren, sowie ein Dessert vor uns. Die Strecke führte uns von Grafenried über den schönen Bucheggberg Richtung Solothurn und weiter dem Jurasüdfuss entlang in Richtung Osten. Die Gegend bot uns eine bezaubernde Aussicht in die Ferne und wir genossen den Blick auf den Hausberg von Solothurn, den Weissenstein. Und obschon wir in dieser Gegend zu Hause sind, haben wir doch ein für uns neues «Stück» Strasse kennen gelernt. Von Wangen führte uns der Weg bis nach Walliswil zum Restaurant Oberli. Wir folgten den Anweisungen der Organisatoren und parkierten unseren Oldtimer hinter dem Gebäude am Strassenrand.

 

Auf der wunderschönen Terrasse des Restaurants wurde das Dessertbuffet mit diversen Kuchen und Cakes aufgebaut. Wir suchten uns einen schattigen Sitzplatz unter den Bäumen. Kaffee und Getränke wurden prompt serviert und niemand konnte den leckeren Desserts widerstehen.

     

Beim Plaudern mit unseren Clubkollegen verging die Zeit sehr schnell. Die ersten Teilnehmenden verliessen die gemütliche Runde und wir machten uns etwas später auf den Nachhauseweg.

Wir möchten uns an dieser Stelle im Namen aller Teilnehmenden bei Madeleine und Werner Rieke sowie Barbara und Peter Ramseier bestens für den schönen Tag und die super Organisation bedanken.

Wir freuen uns bereits auf die Berner Ausfahrt im nächsten Jahr und sind gespannt, was uns Interessantes erwartet…

 

Weitere Impressionen von der Berner Ausfahrt sind in der Bildergalerie zu finden.

Hier geht’s zur Bildergalerie