SL-Ausfahrt vom 1. bis 3. September 2017

 Mit der Vortagesanreise am Freitag startete die diesjährige SL-Ausfahrt. Als Treffpunkt hatten wir das Hotel Schützen in Steffisburg ausgewählt. Ausgerüstet mit den Zimmerkarten und den Taschen mit Roadbook, Rallyschild etc. begrüssten wir die ankommenden Teilnehmer der diesjährigen Ausfahrt. Wir waren überrascht und erfreut zugleich, bereits so viele Teilnehmer am Freitag willkommen heissen zu können. Das zum Wetter passende Abendessen, ein leckeres Fondue, genossen wir in einer gemütlichen und lustigen Runde.

Marlène Kropfli

Am Samstagmorgen begrüssten wir die übrigen Teilnehmer und händigten auch ihnen die Reiseunterlagen aus. Anschliessend erfolgte ein kurzes Briefing – mit mässigem Erfolg. Das mit der geordneten Ausfahrt aus der Einstellhalle hat nicht funktioniert, aber wir hatten ja nochmals die Chance, dies am Sonntagmorgen in Chamonix besser zu machen. Nach einigen «Umwegen» waren wir mit unserer Pagode zwei Minuten später am Anfang der Kolonne und konnten Richtung Simmental starten. Bei gemütlicher Fahrt, nach dem Überqueren einer Kreuzung, nahm uns ein Reh die Vorfahrt. Erstaunlich, wie es einen beim Bremsen ohne angeschnallt zu sein, aus dem Sitz hebt. Alles nochmal gut gegangen – und wach waren wir jetzt definitiv auch!

     

Bei abwechslungsreicher Landschaft fuhren wir weiter Richtung Wimmis, durch das Simmental bis nach Château-d’Oex und weiter über den Col des Mosses bis nach La Lécherette. Dort besammelten wir uns auf dem grossen Parkplatz und es dauerte nicht lange, bis unsere Fahrzeuge bewundert wurden. Nach dem Plaudern suchten einige Teilnehmer wieder ihre Autos auf um noch etwas von der Restwärme im Innenraum zu profitieren.

In der Zwischenzeit war auch das entsprechende Zeitfenster gekommen, so dass wir in die Route des Agite (Hongrin) einfahren und nicht zu lange vor dem einseitig befahrbaren Tunnel warten mussten. Da es zu regnen begann, blieb uns leider die Aussicht auf den Genfersee und einen Teil des Wallis verwehrt. Aber über die sehr verkehrsarme, nur am Wochenende zu befahrende Militärstrecke mit den unendlich vielen Brücken und dem schmalen Tunnel zu kurven, war sicher für jedermann ein Erlebnis. Interessant war auch zu hören, dass Teilnehmer von uns dort Brücken vermessen haben oder mit dem Panzer durch den engen Tunnel gefahren sind.

     

Pünktlich trafen wir in der Badouxtèque in Yvorne bei Herrn Cuche ein. Und nein, er ist nicht verwandt mit Didier Cuche… Uns wurden ein leckeres Plättli mit Fleisch- und Käsespezialitäten sowie Tartar- und Thonbrötli serviert. Und dazu ein feines Gläschen Wein aus dem «Lavaux», dem Weinanbaugebiet nordöstlich des Genfer Sees. «Damit sich Herr und Frau nicht in die Haare kriegen», hat Herr Cuche je ein Fläschchen Aigle Les Murailles rot und weiss in die Geschenktaschen gepackt (O-Ton), nebst der Waadtländer Saucisson und dem Stück Käse aus dem l’Étivaz.

Das Wetter war wieder besser und wir starteten mit unseren SL’s Richtung Martigny und weiter über den Col de la Forclaz bis zur Französischen Grenze. Nach deren Überquerung fuhren wir über den Col des Montets bis nach Chamonix-Mont-Blanc. Auch auf dieser Route durften wir uns von der schönen und teilweise unberührten Landschaft beeindrucken lassen.

In Chamonix angekommen, garagierten wir unsere SL’s in den zwei Einstellhallen des Hotels Mercure. Urs und Ruedi waren bereits vor uns im Hotel und öffneten uns den Zugang zu den Parkplätzen. Leider waren noch nicht alle Hotelzimmer bezugsbereit, aber einige Teilnehmer packten sogleich die Gelegenheit und machten sich zu Fuss auf den Weg ins Zentrum von Chamonix. Wir blieben mit einigen Clubkollegen in der Bar des Hotels, genossen etwas zu trinken und liessen uns nach dem Zimmerbezug einmal mehr durch den Charme und das Ambiente von Chamonix verzaubern. Dort herrschte reger Betrieb, da der PTL (Petite Trotte à Léon) im Rahmen des UTMB (Ultra Trail Mont Blanc) stattfand. Dabei gilt es in einem Zweier- oder Dreierteam zu Fuss 290 Kilometer und 26‘500 Höhenmeter innert 151 Stunden und 30 Minuten zurück zu legen. Und das alles freiwillig…

Der Mythos Chamonix: Die ganze Welt trifft sich in Chamonix. In den Strassen dieser «Hochgebirgsstadt» können Sie alle Sprachen hören. Bei diesem Gipfeltreffen ist das Zusammengehörigkeitsgefühl, das Bergbegeisterte verbindet und in gemeinsamen Legenden und Wertvorstellungen wurzelt, sehr stark. Mitten in der Stadt beim Einkaufen müssen Sie nur den Blick heben, um «Ihn» zu sehen – er ist allgegenwärtig. 4’810 Meter Fels, Schnee, Eis und Träume für alle – der Mont Blanc!

Leider nur, wenn es nicht gerade regnet!

Um 19.00 Uhr trafen wir uns an der Hotelbar und wurden mit einem Aperitif begrüsst. Die Auswahl an leckeren Häppchen und Getränken war sehr umfangreich und ausgiebig, so dass wir uns ohne knurrenden Magen in den für uns schön gedeckten Saal zum Abendessen aufmachten. Das Mille Feuille mit Lachs schmeckte super und auch die Kalbskeule war hervorragend zubereitet. Beim Dessert hatten wir uns für eine lokale Spezialität, einem Brioche perdu, entschieden, das glücklicherweise jedoch nicht verloren ging.

     

     

Bevor wir jedoch zum letzten Gang schreiten konnten, ergriff unser Präsident, Christian Haltner, das Wort. Er dankte uns für die Organisation der SL-Ausfahrt und überreichte uns eine grosse Flasche Wein. Besten Dank für die «Blumen», wir haben die SL-Ausfahrt 2017 auch mit viel Freude und Engagement organisiert.

Wer nochmals die Kurven des heutigen Tages im Detail durchgehen wollte, traf sich anschliessend an der Hotelbar. Auch wir liessen den Tag bei einem Bier und amüsanten Diskussionen und Feststellungen ausklingen.

Nach einer sehr angenehmen, ruhigen aber etwas kurzen Nacht ging es erst einmal mit dem Frühstück los. Gemäss unserem Programm fuhren wir pünktlich in Chamonix ab. Mangels möglicher Alternativen sahen wir uns diesmal jedoch gezwungen, mit zeitlichem Vorlauf als Erste aus der Einstellhalle zu fahren. Mit dem Aufkolonnieren unserer Fahrzeuge vor dem Hotel haben wir dafür einen kleinen Stau verursacht, aber vor dem grossen Verkehrszusammenbruch in Chamonix haben wir uns auf den Weg zur Umfahrungsstrasse begeben und gewartet, bis alle ihre SL’s wieder aus den Einstellhallen draussen hatten.
Die Sonne begleitete uns auf unserer Strecke Richtung Cluses und wir hatten jetzt sogar das Glück, den Mont Blanc zu sehen. Nicht in voller Schönheit, denn der Gipfel war noch immer in Wolken gepackt. Und da passierte doch das, auf was wir schon seit gestern gewartet hatten: Eine Umleitung! Wir sind für das Erstellen des Roadbooks die gesamte Ausfahrt drei Mal zusammenhängend abgefahren und konnten die Strecke nie ohne Umleitung bewältigen. Also warfen wir noch einen letzten Blick Richtung Mont-Blanc und dann machten wir uns auf den Weg Richtung Talsohle. Nach Cluses fuhren wir auf Teilen der «Route des Grandes Alpes» über Morzine und La Baume Richtung Évian-les-Bains, bogen jedoch zuvor ab Richtung Schweizer Grenze, die wir in Saint-Gingolph überquerten. Wenig später trafen wir in Les Evouttes beim Restaurant Le Maguet ein.

 

Wir parkierten unsere Autos vor dem Restaurant und begaben uns in den Garten, der richtig Ferienstimmung verbreitete. Einige Teilnehmer hatten sich für eine andere Route entschieden und begrüssten uns bei unserer Ankunft bereits mit einem Glas in der Hand. Der selbst gemachte Aperitif schmeckte auch hier ausgezeichnet, inklusive dem Gläschen Fendant, weshalb ich die Begrüssung auch nachvollziehen kann. Danach begaben wir uns in das Restaurant. Das Fischtartar wie auch die gebratene Entenbrust waren sehr schön angerichtet und auch lecker zum Verzehren. Was aber das Dessert betraf, konnte wirklich niemand widerstehen. So viele selbst gebackene Kuchen, Schokoladenmousse und Cremes… Das Dessertbuffet wurde, wie der Aperitif zuvor, im Garten aufgebaut. Wir waren vom Probeessen vorgewarnt und haben uns spezifisch auf einzelne Desserthäppchen konzentriert.

 

Wie immer nach dem Nachtisch herrschte rasch Aufbruchsstimmung. Wir plauderten noch ein wenig mit einer kleinen verbleibenden Gruppe, bevor auch wir den Nachhauseweg antraten. Nach einem kurzen Stück Autobahn zogen wir es vor, primär auf Nebenstrassen Richtung Lengnau zu fahren und genossen die letzten Sonnenstrahlen bei offenem Verdeck.

 

 

 

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