Bündnerland zum 40 jährigen Jubiläum

Als unser Club erwachsen wurde, also zum zwanzigjährigen Jubiläum, hat man die Jahresausfahrt zu einem ganzwöchigen Anlass ausgedehnt. Dies ist dann auch zur Tradition geworden, die alle fünf Jahre, also nun bereits zum fünften Mal, gepflegt wurde.

40 Jahre MBVC – Sonntag, 12. Juni

Ziel: St. Moritz, Hotel Waldhaus am See

András Széplaky

Am Sonntagmorgen wurden in der Ostschweiz, Zentralschweiz, im Bernischen und in der Nord-Westschweiz besorgte Blicke gen Himmel gerichtet. Schon wieder eine Ausfahrt, die ins Wasser fällt? Nun, es fiel unterschiedlich aus. Die Einen kamen trockenen Rades an, die Anderen mussten wieder einmal feststellen, dass ihre Cabriolets nicht ganz dicht sind.

Die unterschiedlichen Anfahrtswege kamen einander immer näher. Wir fuhren an der Spitze des Juliers an sechs Mercedes Oldies vorbei, die uns dann in St. Moritz an der Tankstelle fröhlich hupend überholten.

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40 Jahre MBVC – Montag, 13. Juni

Es gibt viel zu entdecken im Oberengadin

András Széplaky

Der erste Ausfahrtstag stand den Teilnehmern frei zur Verfügung. Beim reichhaltigen Frühstück wurden einige Absprachen getroffen und anschliessend etliche Wanderschuhe montiert, wonach sich das Bienenvolk in unterschiedliche Richtungen verstreute. Wir fuhren mit der Albulabahn in der «Allegra-Komposition» bis Punt Muragl Staz, wo man nach kurzem Spaziergang zur gleichnamigen Standseilbahn gelangt. Von dort an schlängelt sich die Standseilbahn atemberaubend steil zum Muottas Muragl auf 2456 Meter hinauf. Spektakulär ist die Kreuzung der rauf und runter fahrenden Kabinen, doch es klappte bestens, sowohl bei der Hinauf- als auch bei der Herunterfahrt…! Schon in der Kabine trafen wir auf bekannte Gesichter, dann aber oben angekommen begegneten uns noch deren viel mehr – immer diese Frühaufsteher!

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40 Jahre MBVC – Dienstag, 14. Juni

Durch das Bergell nach Chiavenna

Urs Hilzinger & Ruedi Brändle

Wir müssen zugeben: Peider Signorell hatte einen besonderen Draht zu Petrus. Das Wetter an diesem Tag war ja bedeutend besser als angesagt. Alleine oder gruppenweise ging die Fahrt ins schönste Tal der Schweiz, wie Christian Haltner uns überzeugen wollte. Ja wirklich, es ist wunderschön, wie wir noch feststellen durften.

Am idyllischen Silsersee vorbei, links und rechts der Strasse immer wieder majestätisch stehende Föhren, dann durch Maloja. Giovanni Segantini hatte sich diesen Ort als letzte Heimat und Sujet für so viele Naturbilder ausgewählt. Auch Giovanni Giacometti wirkte hier, der Vater von Alberto Giacometti. Wir erreichten den 1815 m.ü.M. liegenden Malojapass. Der Maloja ist auf seiner Nordseite eher flach, nach Süden aber steil und abrupt. Mit unzähligen Kurven und Serpentinen fällt die Strasse auf einer Länge von 32 km um 1482 m ab, bis Casaccia.

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40 Jahre MBVC – Mittwoch, 15. Juni

Mit dem Bernina Express nach Tirano

Edi Schaub

Der 15. Juni war für mich der Höhepunkt der Jubiläumsfahrt. Denn eine Fahrt mit der Rhätischen Bahn (RhB) von St. Moritz nach Tirano macht man nicht alle Tage. Der einzige Nachteil war das auf 6.30 Uhr angesetzte Frühstück, denn um 7.30 Uhr mussten wir uns beim Bahnhof in St. Moritz auf Perron 3 einfinden. Achtzehn Minuten später startete der Zug mit 1000 Volt Gleichstrom und 2400 kW Leistung zur Fahrt über die Berninastrecke. Die erste Teilstrecke wurde übrigens 1908 eröffnet und seit 1913 ist die gesamte Strecke auch im Winter offen. Die Steigungen bis zu 70 Promille meistert der Zug mit der vorgespannten «Allegra» mit Leichtigkeit. Auf 2253 Meter über Meer liegt der höchste Bahnhof der RhB, das Ospizio Bernina.

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40 Jahre MBVC – Donnerstag, 16. Juni

Mehrere Wege führen nach Davos, das vielfältige Besichtigungen bietet

Ursula Bühlmann

Das Wetterpictogramm zeigte für Donnerstag nur Regenwolken. Deshalb entschlossen wir uns, unser Ponton-Cabriolet wegen seines Daches, das altersmässig nicht mehr ganz dicht ist, in der Garage stehen zu lassen. Freundlicherweise durften wir mit Walti und Elsi Durrer in ihrem bequemen 300 SEL, Jahrgang 1966, mitreisen.

Petrus hatte den Wasserhahn zugedreht, die Sicht war klar bis hinauf in die Bergspitzen, der Himmel aber bewölkt, ab und zu stahl sich ein Sonnenstrahl durch die Wolken. Kurvenreich wand sich die Passstrasse in die Höhe, vorbei an blühenden Bergwiesen und hellgrün leuchtenden Fichten. Je höher wir kamen, umso steiniger, felsiger und enger wurde das Tal. In Preda überraschte uns eine riesige Baustelle. Hier ensteht ein neuer, der zweite Albula-Bahntunnel. In Bergün – und nur hier – blies ein heftiger, föhnartiger Wind. Nun stand auch eine Entscheidung an: Besuch des bekannten Eisenbahn-Museums, das die Geschichte der Entstehung der Albula Eisenbahnstrecke thematisiert, oder rechtzeitig zum Mittagessen in Davos ankommen. Die leiblichen Bedürfnisse obsiegten. So fuhren wir weiter durch das sich verengende Tal mit tiefer Schlucht. Mächtige, kunstvolle Bahnviadukte beeindruckten uns.

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40 Jahre MBVC – Freitag, 17. Juni

Ausfahrt ins Unterengadin und Anreise der Wochenendteilnehmer

An diesem international angehauchten Ort darf man einmal in die weite Welt abschweifen. Als die erste Afro-Amerikanische Schönheitskönigin und Sängerin Vanessa Williams sich fragte «Isn’t this world a crazy place?», fand sie die Antwort, indem sie sang:

Sometimes the snow comes down in June –
Sometimes the sun goes round the moon…

Nun, was die Sonne in der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag tat, entzieht sich unserer Kenntnis – wir schliefen tief und fest. Doch vom Rest lassen wir uns überraschen – wie sieht es unser Berichterstatter:

Werner Rieke

Im Juni, morgens um sechs war die Welt noch in Ordnung. Regen und eine massive Abkühlung hatten sogar den Winter nochmals aus den Federn gelockt. Um sieben fielen dann tatsächlich dicke Schneeflocken und innerhalb einer halben Stunde war alles weiss. Sogar unsere Oldtimer hatten eine einheitliche Farbe oder besser gesagt einen weissen Pelzmantel angezogen. Zum Ärger der Chauffeure fuhren sogar die «Salzwagen» durch die St. Moritzer Strassen. Aber bereits während des Frühstückes und dem Packen der Koffer besserte sich die Lage. Die Sonne drang immer stärker durch die seit Tagen bekannte Wolkendecke.

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40 Jahre MBVC – Samstag, 18. Juni

Alle Wege führen nach Oga bei Bormio, ins Ristorante Le Motte

Franz Keller

Nach einem reichhaltigen Frühstück im Hotel Reine Victoria freuten sich alle Teilnehmer auf einen schönen und abwechslungsreichen Tag. Die Tourenleitung mit Martin Stahl gab uns sogar die Möglichkeit, aus drei verschiedenen Routen auszuwählen. Für diese zeitintensiven Vorbereitungen danken wir ganz herzlich!

  • Erste Route (anspruchsvoll ca. 140 km)
    St. Moritz – Samedan – Zernez – durch den Nationalpark – Ofenpass – Santa Maria Münstertal – Grenzüberquerung nach Italien – via Glurns und Spondinig zur Passstrasse Stilfserjoch – Stilfserjoch – Le Motte (ITA).
  • Zweite Route (normal ca. 110 km)
    Start gleich wie die erste Route bis Santa Maria – Umbrailpass – Le Motte (ITA).
  • Dritte Route (einfach ca. 100 km)
    St. Moritz – Pontresina – Berninapass – Puschlav – Grenzüberquerung Italien – Tirano – Bormio – Richtung Livigno – Le Motte (ITA).
  • Treffpunkt für sämtliche Teilnehmer im Ristorante Pizzeria Bar Le Motte zum Mittagessen.

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40 Jahre MBVC – Sonntag, 19. Juni

Finale in Maienfeld auf Schloss Brandis

András Széplaky

Ein letztes Mal geniessen wir die Atmosphäre des aufkeimenden, damals noch exklusiven Tourismus, eingeläutet durch englische Reisende, im prächtigen Frühstückssaal mit dem reichhaltigen Frühstücksbuffet des im frühen Jugendstil erbauten Hotels «Reine Victoria». Die figurativ floralen Dekorationselemente des Mailänder Künstlers Antonio De Grada begleiten uns auf jedem Stockwerk des prachtvollen Hauses – ein Jugendfreund des Wahl-Engadiners Giovanni Segantini, dessen Werke als Reproduktion etliche Wände unseres Hotels zieren. Im prächtigen Theatersaal hat während unseres Aufenthaltes Emil Steinberger die Zuschauer verzaubert, aber auch Herbert von Karajan hat hier mal den Taktstock geschwungen.

Der Sprung in die Gegenwart wäre zu krass, wir konnten den Zwischenschritt machen und holten unsere Oldtimer aus dem «Schönsten Parkhaus der Schweiz» und stellten sie am grossen Parkplatz der Signal-Bahn auf. Der Fotograf liess seine Drohne aufsteigen und lichtete uns und unsere vierrädrigen Schätzelis vom Himmel aus ab. Christian freute sich: Als wir zum Winken ansetzten, kam die Sonne und löste den Morgenregen ab.

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