Berner Ausfahrt vom 26. August 2017

Gutes Wetter, eine organisatorische Glanzleistung von Riekes und märchenhaft anmutende Fahrten auf verträumten Wald- und Nebenstrecken und vieles mehr – all das kennzeichnete die diesjährige Berner Ausfahrt!

Lucas und Anita Weber und ihr 250 CE

Die Besammlung am Samstagmorgen erfolgte nach bewährter Tradition im Stammlokal Restaurant Löwen in Fraubrunnen. Hätten die Verfasser dieses Berichtes etwas aufmerksamer geschaut, hätten sie bemerkt, dass Werner Rieke die Abfahrtszeit um 30 Minuten auf 9.00 Uhr vorverlegen musste. So kam es, dass wir beide um 8.55 Uhr gemütlich – wir hatten ja noch «genügend» Zeit – beim Stammlokal eintrudelten, wo wir dann in eine fast verscheucht wirkende Gruppe von abfahrbereiten und bereits wegfahrenden Autos gerieten – ja, da war etwas schief gelaufen! Werner eilte zu unserem Wagen, schob das Fahrtenheft behände durch die Seitenfenster und schmunzelte: «Ihr seid grad richtig: Wir fahren jetzt, ich hatte das ja schriftlich mitgeteilt, fürs Kaffee reicht es halt nicht mehr, gell?» Wie konnte das bloss passieren? Wir entschuldigten uns und ich legte den Rückwärtsgang ein, um meinen 250 CE aus der Ausfahrtsschneise zu bringen. Die Motoren brummten, es qualmte und schon fuhr der MBVC mit rund 30 Fahrzeugen Richtung 11Jegenstorf, Münchenbuchsee bis Bern. Wir hatten im letzten Moment den Anschluss gefunden und waren froh, nicht 3 Minuten später gewesen zu sein. Nun war ja alles gut!

         

Das erste Etappenziel hiess Morlon im Kanton Freiburg. Es lagen also gemäss Büchlein über 90 km vor uns. Dem OK gelang dabei die Quadratur des Kreises: Vor allem die erste Streckenhälfte führte den Corso durch unbekannte Nebenstrassen, Waldgebiete, über die Aare, durch verträumte Weiler – es war zauberhaft. Später sagten wir Riekes, wir seien schon lange nicht mehr so entspannt durch so schöne Gegenden gefahren – ging es vielen anderen MBVC’lern nicht auch so?

Nach Bern-Bremgarten fuhr der Corso Richtung Laupen ins Freiburgerland, das sich landschaftlich wieder ziemlich anders präsentierte. Wir passierten den Schiffenensee (ein Teil der aufgestauten Saane) und fuhren Richtung Matran. Südlich von Matran liegt der bekannte Lac de la Gruyère, eine ganz schöne, kleine Seelandschaft, flankiert von Freiburger Voralpen, so auch vom bekannten Wintersportgebiet la Berra. Das erste Etappenziel in Morlon, Restaurant Gruyerien, rückte näher. Den Streckenbeschrieb des OK’s empfanden wir als gut gelungen und hilfreich, auch wenn wir meistens inmitten anderer Fahrzeuge waren. Da schaut man ja am liebsten, was die anderen tun – selbst, wenn diese falsch fahren. Aber dieses Problem entstand an diesem Samstag nicht. Wir durchfuhren Echarlens, Fontanoux und erreichten nach wenigen Minuten das verträumte Dorf Morlon, wo die Organisatoren alle Autos einwiesen. Es war schön, die Sonne verströmte Sommergefühle, wir hätten es nicht besser treffen können.

      

An diesem Mittag wurden wir im Saal mit Salat und einem Teller Roastbeef beglückt – köstlich! Nebenbei fiel den Autoren die gute Weinkarte auf, die wir an diesem Ort (so ländlich, so abgelegen) nicht erwartet hätten. Aber es ist ja bekannt: Riekes lassen nichts anbrennen, sie machen Nägel mit zwei Köpfen!
Um 13.15 Uhr nahmen wir die Fahrt wieder auf. Ziel war die Cailler-Schokoladenfabrik in Broc, die bereits nach wenigen Minuten erreicht war.

Im Besuchercenter der Fabrik, wo wir uns in Gruppen einteilten, schwappte uns eine gewaltige Menschenmenge, vermischt mit süsslich duftenden Schokoladearomen, entgegen. Offenbar ist dieser Ort ein touristisch wichtiger Faktor, wir mussten ob all den Leuten schauen, dass wir den Anschluss nicht verloren.
Die eine Gruppe ging zuerst auf einen Rundgang, auf dem die Anfänge der Fabrik, die Entdeckung der Kakaofrucht und die ganze Pioniertätigkeit, die zur Entstehung der Schokolade in heutiger Form führte, erklärt wurde.

Interessant dabei auch der kurze Einblick in die Fabrikation bei Cailler, in der kein Milchpulver, sondern täglich die frische Milch von ca. 1’800 Kühen verarbeitet wird! Natürlich konnte man nach Herzenslust die taufrischen Pralinen und Schokoladenstengeli degustieren – traumhaft für all die, welche nicht auf Schlankheit achten müssen, wie die Schreiber dieses Berichtes. Also zuschlagen!

Die zweite Gruppe war unterdessen in einem kleinen, abgeschlossenen Schauraum, wo sie unter Anleitung eines Maitre Chocolatier selbst eine Tafel Cailler herstellen durfte. Die warme Schmelze wird in eine flache Form gefüllt und nach Belieben verziert: Der Spritzsack mit der Couverture, vom Meister so leicht und lässig, mit ruhiger Hand, eingesetzt, entpuppte sich für uns alle als Herausforderung. Nein, sooo einfach geht das nicht, eine zitterfreie Dekoration aus freier Hand anzufertigen. Uns gelang eine schöne Dekoration ebenso wenig wie vielen anderen Teilnehmern. Ich sah Mercedessterne, die eher einem schmelzenden Eiskristall glichen. Zum Glück mussten wir diese nicht auf dem Kühler unserer Autos anschauen, sondern nur auf der eigenen Schokoladentafel, denn Gottlieb Daimler wäre ob diesen wenig erfreut gewesen.

   

Lehrreich war auch die Erklärung, die uns unser Chocolatier punkto Schmelztemperatur der Schokolade und die Kristallisation der Kakaobutter gab: Man staunt, welches Wissen für die Herstellung von Schokoladeprodukten nötig ist.
Der sommerlich-heisse Nachmittag ging langsam zu Ende. Wir kämpften uns durch die vielen Touristen nach draussen, wo Riekes ein paar abschliessende Worte an uns richteten. Die Heimfahrt erfolgte auf eigene Faust, wie das üblich ist.

Dem ganzen Organisations-komitee gebührt ein herzliches Dankeschön für den tollen Tag.
Es war zauberhaft, Danke!
          

 

 

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