Berner Ausfahrt 2016

Flughafen Bern – Belpmoos hautnah erlebt

Peter Badertscher

Erinnert ihr euch an die zwei Fotos in der CN 4 2014 auf Seite 47 unter der Rubrik Leserbilder? Genau, die zwei Aufnahmen mit der wunderschönen Ponton Limousine von Bruno V. Nünlist im Vordergrund und der Lockheed Super Constellation im Hintergrund.

Diejenigen, welche nicht an der Ausfahrt teilnehmen konnten, werden sich jetzt fragen, was hat das mit der Berner Ausfahrt zu tun?

Also, schön der Reihe nach. Treffpunkt ab 08:00 Uhr auf dem Bauernhof der Familie Schmutz. So stand es im Programm. Als Esther und ich um 08:05 Uhr eintrafen, hatten wir fast das Gefühl, wir seien zu spät! Standen doch schon an die 13 sauber herausgeputzte Oldtimer da. Auch das «Binzli» von Doris Amacher durfte nach einer längeren Restauration wieder mal an einer Ausfahrt teilnehmen. Es war schwer festzustellen, wer mehr strahlte; das «Binzli» oder Doris.

 

 

 

Nach und nach trafen weitere Teilnehmer ein. Man stärkte sich mit Kaffee, Mütschli und Schoggistängeli, serviert von der Familie Schmutz. Herzlichen Dank.

Ab 09:00 Uhr wurden wir, aufgeteilt in vier Gruppen, im Abstand von 15 Minuten mit einem Shuttelbus zum Flughafen Bern-Belpmoos gefahren. Dort angekommen, wurden wir vom Personal empfangen, welches uns in einer 1,5h Führung ermöglichte, hinter die Kulissen des Airports zu schauen. Wir betraten die Eingangshalle und begaben uns zum Schalter «Einchecken». Hier wurden wir einer Pass-, Gesichts- und Körperkontrolle unterzogen, als wollten wir nach Amerika fliegen. Aber wenn man bedenkt, dass wir uns bei der Führung hinter sämtlichen Abschrankungen des Flughafengeländes bewegten, ist das natürlich verständlich. Auch das Flughafenpersonal muss sich – so wurde uns erklärt – jedes Mal einer Kontrolle unterziehen.

Wir begaben uns zum hintersten Hangar des Flughafens. Dort stand sie, die Lockheed Super Constella- tion HB-RSC «Star of Switzerland». Die «hochbeinige» Anmutung des Flugzeuges hat übrigens ihren Grund; jeder der Drei-Blatt-Propeller hat einen Durchmesser von 4,63m. Die Super Connie, wie sie liebevoll genannt wird, wurde am 01. November 1955 an die Atlantic Division des Military Air Transport Service ausgeliefert. Am 17. Dezember 2003 wurde das Flugzeug von der Super Constellation Flyers Association übernommen. Das Flugzeug wurde aufbereitet und für die lange Reise über den Atlantik fit gemacht. Am 08. Mai 2004 kam es in Basel an.

Da Esther und ich der ersten Gruppe zugeteilt waren, hatten wir das Vergnügen, die Super Connie auch von innen zu betrachten. Leider war dies nicht allen Gruppen gegönnt, weil schon die Passagiere für den ersten Rundflug eintrafen. Diese wurden mit einem Saurer Reisecar – ca. 2 Jahre älter als die Super Constellation – zum Flugzeug geführt. Mitfliegen dürfen – aus rechtlichen Gründen – nur Mitglieder der Super Constellation Flyers Association.

Interessant waren die verschiedenen Hangars. Da war der Hangar mit den Flugzeugen der Swiss Air Force, d. h. die Bundesratsjets und -Helikopter. Betrachten konnte man sie natürlich nur durch die Fenster der geschlossenen Tore. In einem weiteren Hangar sind die diversen Schulungsflugzeuge untergebracht. Interessant auch der Hangar, in welchem eine Maschine fast vollständig zerlegt, revidiert und wieder zusammengebaut wird. Dann war da noch die Halle der Flughafen-Feuerwehr mit ihrem imposanten Wagenpark zu bestaunen. Man kann es sich fast nicht vorstellen, aber laut den Ausführungen unseres Gruppenführers sind die Einsatzkräfte bei einem Alarm in drei Minuten auf der Piste. Eindrücklich, wenn man bedenkt, dass jeder Feuerwehrmann ja irgendwo auf dem Flughafengelände arbeitet. Da soll noch einer sagen, die Berner seien langsam!

Es war so gegen 12:00 Uhr als alle wieder auf dem Bauernhof eintrafen. Wir verliessen dankend die Familie Schmutz und machten uns auf nach Niedermuhlern, wo uns das Mittagessen erwartete. Der Weg führte uns über Kehrsatz auf den Längenberg. Wer den Blick weg von den vor uns liegenden Hügeln und Bergen nach links richtete, hatte eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt Bern und ihre Umgebung. Nach etwa zehn Kilometern trafen wir im Restaurant Bachmühle ein.

     

Nach dem feinen Mittagessen ging es um 14:00 Uhr weiter dem Längenberg entlang Richtung Riggisberg, Wattenwil, über Blumenstein ins Stockental. Über Amsoldingen, Thierachern, Uetendorf gelangten wir – die Aare überquerend – nach Heimberg und weiter nach Steffisburg. Nun hiess es ein oder zwei Gänge – je nach Baujahr – zurückschalten. Die Strasse nach Fahrni verläuft recht steil. Oben angekommen genossen wir einen herrlichen Ausblick auf die Berner Alpen. Es folgten Dörfer wie Unter- und Oberlangenegg, Süderen Oberei, Röthenbach und Eggiwil. Hier stand in der Wegbeschreibung rechts abbiegen. Aber von einem Bergpreis stand da nichts. Auf einer wunderschönen Alpstrasse gelangten wir zum Ziel der Berner Ausfahrt, dem Restaurant Blapbach 1120 m. ü.M. Nebst der herrlichen Rundsicht erwartete uns hier ein typisches Emmentaler Zvieri; Merängge mit Nidle (Meringues mit Schlagrahm).

 

Eine wunderschöne Ausfahrt ging zu Ende. Ein herzliches Dankeschön an das Organisationsteam unter Leitung von Werner Rieke.

 

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