40 Jahre MBVC – Montag, 13. Juni

Es gibt viel zu entdecken im Oberengadin

András Széplaky

Der erste Ausfahrtstag stand den Teilnehmern frei zur Verfügung. Beim reichhaltigen Frühstück wurden einige Absprachen getroffen und anschliessend etliche Wanderschuhe montiert, wonach sich das Bienenvolk in unterschiedliche Richtungen verstreute. Wir fuhren mit der Albulabahn in der «Allegra-Komposition» bis Punt Muragl Staz, wo man nach kurzem Spaziergang zur gleichnamigen Standseilbahn gelangt. Von dort an schlängelt sich die Standseilbahn atemberaubend steil zum Muottas Muragl auf 2456 Meter hinauf. Spektakulär ist die Kreuzung der rauf und runter fahrenden Kabinen, doch es klappte bestens, sowohl bei der Hinauf- als auch bei der Herunterfahrt…! Schon in der Kabine trafen wir auf bekannte Gesichter, dann aber oben angekommen begegneten uns noch deren viel mehr – immer diese Frühaufsteher!


Auf dem Muottas Muragl gibt es einiges zu bestaunen, allen voran die bizarren Spitzen rundherum am Horizont! Für die unbedarften Städter werden diese in kunstvoll gestalteten Aussichtsplattformen erklärt. Entgegen aller Wetterprognosen konnten wir nach den Spaziergängen draussen auf der Terrasse bei Sonnenschein unsere Erfrischung geniessen, wobei der lange Tisch immer mehr belagert wurde. Am Schluss sassen wir dicht gedrängt als fröhliche Bande, bis die Bahn zur Runterfahrt rief. Unten angekommen erinnerten wir uns an das gestrige, reichliche Nachtessen und nahmen den Rückweg zum Hotel weder mit Bus, noch mit Bahn, sondern per pedes. Der Waldweg bot uns Blicke auf Bergseen, Barfusspfade, wildwachsende Bergblumen bis schliesslich St. Moritz vor uns lag und sich von seiner fotogenen Seite zeigte.

Ob der anstrengende Heimweg sich energetisch ausbezahlt hat? Jedenfalls verursachte er Durst und Hunger, so sah man uns anschliessend nur noch an der Bar, beim Apéro, wo die verschiedenen Höhenwege erörtert wurden sowie anschliessend beim Nachtessen.

Das heutige Abendmahl wurde von unserem Präsidenten eröffnet. Christian begrüsste die Teilnehmer dieser Jubiläumswoche und übergab das Wort unserem Bündner Clubkollegen: Peider Signorell hat uns den nächsten Tag mit seinen geschichtlichen und kulturellen Höhepunkten schmackhaft gemacht. Nach dem geistigen kommt das leibliche Wohl, so übernahm unser Hotelier die Weinempfehlung. Der empfohlene MOLINA besteht aus neun Bündner Traubensorten und reift 15 Monate im Barrique. Kühl serviert passte er vorzüglich sowohl zum Stroganoff, als auch zum zart gegarten Forellenfilet und verleitete dazu, an Stelle des süssen Desserts das Menü vom einladend präsentierten Käsebuffet auf französische Art abzuschliessen.

Das wunderschön, über dem See gelegene Dreisterne Hotel versprüht die Atmosphäre eines Viersterne Hauses mit dem grosszügigen, hellen Speisesaal mit rundherum riesigen Fenstern direkt zum See und dem angrenzenden Dorf am Hang – das Panorama war jeweils atemberaubend. Einziger Engpass bildete die Hotelbar, diese war für unsere Bande eindeutig zu klein. Ausweichen konnte man in den Piano-Saal, mit einem Rundum-Ausblick, den man auch nach der Dämmerung nicht satt bekam.